Geschichte

DER VERGANGENHEIT BEWUSST, DER GEGENWART VERPFLICHTET, DER ZUKUNFT VERTRAUEND

unter diesem Titel stand die Broschüre zum 40jährigen Bestehen des Ortsverbandes der Seligenstädter CDU im Jahre 1986. Auszüge aus dieser Broschüre belegen die Entstehung und Entwicklung der Union in der Einhardstadt und können an dieser Stelle nachgelesen werden.

In der Mitgliederversammlung am 21.10.05 hat Thomas Laube mitgeteilt, dass er Unterlagen gefunden habe, die belegen, dass der Ortsverband nicht im Jahre 1946 sondern bereits im Dezember 1945 gegründet worden sei.

Ehrenstadträtin Sigrid Faber hat sich darauf hin im Auftrag des Vorstandes mit Thomas Laube ins Benehmen gesetzt, um die entsprechenden Dokumente für die anstehende 60-Jahr-Feier verwenden zu können. Inzwischen konnten diese eingesehen werden. Zur Entstehung des Ortsverbandes Seligenstadt der CDU lässt sich somit folgendes berichten:

Mit Schreiben vom 11. Dezember 1945 hat ein provisorischer Vorstand mitgeteilt, dass der Antrag zur Gründung der Christlich-Demokratischen Union für den Landkreis Offenbach am 20. November 1945 von der Militärregierung Offenbach/Main genehmigt worden ist. Zu einer Aussprache betreffs Gründung der örtlichen Christlich-Demokratischen Union Seligenstadt wurde für Mittwoch, den 12. Dezember 1945, um 19 Uhr 30 im Schwesternsaal (St. Josefshaus) herzlichst eingeladen. Mit Rücksicht auf die unbedingte Notwendigkeit der aktiven Beteiligung am politischen Geschehen, wurde herzlichst gebeten, der Einladung Folge zu geben.

 

Das Gründungsprotokoll der Christlich-demokratischen Union vom 12. Dezember 1945 hat folgenden Wortlaut:
Beginn: 19.30 im Schwesternhaus

Anwesende: 52 geladene Gäste

Nachdem Ende November die Christlich-demokratische Union für das gesamte Hessenland genehmigt worden ist von Seiten der Militärregierung und sich das politische Programm im ganzen Reichsgebiet unaufhaltsam durchgesetzt hat, beschlossen einige Gleichgesinnte unter Führung des Herrn Maximilian Fratscher in einem größeren Rahmen zur Gründungsversammlung der Union zu schreiten. Zu diesem Zwecke wurden etwa 70 Männer und Jungmänner aus allen Berufsgruppen zu einer Besprechung im Schwesternhaus eingeladen. Der Einladung leisteten 52 folge, die Anderen konnten infolge der späten Einladung nicht kommen.

Der Bezirksleiter der Chr. Demokr. Union, Herr Fratscher, erläuterte in kurzen Zügen das Programm der Union und forderte die anwesenden Gäste auf, durch Eintritt in die Union den Grundstock zur Partei zu legen. Sämtliche Anwesenden beantragten daraufhin ihren Eintritt in die Partei und waren zur Mitarbeit in der Union bereit. Somit war die Partei aus der Taufe gehoben und es wurde als Erstes ein provisorischer Vorstand aufgestellt, der von der Versammlung einstimmig angenommen wurde.

Der Vorstand setzt sich zusammen:

I. Vorsitzender: Herr Maximilian Fratscher

Stellv. Vorsitzender: Dr. Neubauer

I. Schriftführer: Heinrich Leist

Stellv. Schriftführer:

I. Rechner: Lommel

Stellv. Rechner: Heinrich Zahn

Beisitzer: Beigeordneter Altmann, Josef Koser, Josef Wolf, Werner.

Da die Protestanten der Einladung keine folge leisten konnten, und die Union eine Vereinigung auf christlicher Grundlage darstellt, wurden den Protestanten 2 Sitze im Vorstand reserviert, über die sie frei verfügen können.

Eine Tellersammlung erbrachte den ansehnlichen Betrag von 463,- Mark.

Schluß der Sitzung: 22.15

Heinrich Leist

1.Schriftführer