Stadtführungen noch immer ohne Rechtsgrundlage
Nach langen internen Querelen hat sich aus den städtischen Stadtführern eine neue Organisation herausgebildet, die nun unter dem Dach der Stadtführergilde unabhängig von dem Touristikbüro der Stadt eigene Führungen anbietet. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei einmal dahingestellt. Sicher ist jedenfalls: „Konkurrenz belebt das Geschäft!“
So kann man einem wahren Wettstreit darüber beobachten, wer welche Führungen wann und zu welchen Themen anbietet. „Eines“, so stellt CDU-Fraktionschef Joachim Bergmann enttäuscht fest, „ist jedoch trotz wortreicher Versprechungen von Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams noch immer nicht geschehen: Die Vorlage von Richtlinien über die Durchführung von Stadtführungen zur Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung.“
Zur Erinnerung: Da es für die Gebührenerhebung für die Stadtführungen keine Rechtsgrundlage gibt, hatte die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der CDU-Fraktion im November letzten Jahres einstimmig beschlossen, den Magistrat zu beauftragen, bis zur nächsten Sitzung entsprechende Richtlinien vorzulegen. In diesen sollten alle Angebote mit Preisen aufgeführt werden. Zudem sollte die Entlohnung der Stadtführerinnen und Stadtführer sowie der auf die Stadt Seligenstadt entfallende Teil der Gebühren verbindlich festgelegt werden. Die Bürgermeisterin hatte in den Ausschussberatungen zugesagt, die Richtlinien unverzüglich vorzulegen, da alle Daten in der Verwaltung vorliegen würden und die Ausfertigung der Richtlinien nur eine Formsache sei.
Nachdem ein halbes Jahr nach Beschlussfassung noch immer nichts passiert war, hat die CDU-Fraktion schriftlich angefragt, woran dies liege. In ihrer Antwort verweist die Bürgermeisterin nun auf intensive organisatorische Arbeiten des Tourismusbüros und auf die Erweiterung des Führungsangebotes. Es sei vorgesehen, den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nach der Sommerpause umzusetzen. Joachim Bergmann: “Die CDU-Fraktion ist sehr gespannt, wann dies nach der Sommerpause sein wird. Nächstes Jahr ist schließlich auch nach der Sommerpause.“
Interessant waren schließlich noch die Angaben, dass die Einnahmen aus Stadtführungen im Jahr 2008 für die Stadt Seligenstadt insgesamt 987,50 und im Jahr 2009 1.892,50 € betrugen. Für das Jahr 2010 wird mit einer deutlichen Einnahmesteigerung gerechnet. Und durch die Gründung der Stadtführergilde werden keine Mindereinnahmen für die Stadt erwartet.
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