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17.02.2012, 16:17 Uhr | Offenbach Post - Sabine Müller
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Bürger bei Planungen beteiligen
Seligenstadt - Nach langer, intensiver Diskussion hat die Stadtverordnetenversammlung am Montagabend die Weiterentwicklung des Gebietes Bleiche, Jahnsportplatz und ehemaliges Stadtwerkegelände beschlossen. Dabei setzte sich mehrheitlich ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen CDU-Bündnis 90/Die Grünen durch.
Wie berichtet, hatte eine FDP-Initiative auf eine weitgehend offene Bebauung des ehemaligen Stadtwerkegeländes am Main abgezielt. Bei einer Bürgerversammlung hatten 2010 vier Investoren ihre Konzepte für eine Neugestaltung dieser Fläche präsentiert. Bei allen stand der Bau von Wohnungen an der dem Fluss zugewandten Seite im Vordergrund. „Genau hier bietet sich aber die Möglichkeit, einen weiteren freien Zugang zum Main außerhalb der Altstadt zu erhalten“, warben die Liberalen für ihre abweichenden Vorstellungen. Außerdem gefährde eine Wohnbebauung das Vereinsheim auf dem Gelände, indem künftige Mieter gegen eine Lärmbelästigung durch Proben klagen könnten. Gleiches gelte für die künftige Nutzung des Festplatzes am Mainuferweg, den die Liberalen attraktiver gestalten und damit aufwerten wollten. „Weiterhin möchten wir auf dem oberen Teil des Geländes ein neues Gebäude errichten, in dem die Stadtbibliothek untergebracht werden könnte.“
Zentrumsnahe Wohnbebauung in mehreren Abschnitten
Finanzieren wollte die FDP diese Planungen durch zentrumsnahe Wohnbebauung in mehreren Abschnitten auf einem Teil des Jahnsportplatzes. „Das Gelände ist für die Stadt wichtig“, warb Fraktionsvorsitzender René Rock nochmals in der Sitzung. Es fehle an barrierefreien, altersgerechten Wohnungen. Auf der Restfläche des Sportplatzes sollten in Abstimmung mit der Konrad-Adenauer-Schule und der TGS Sportanlagen entstehenNur bei der Neugestaltung der Grünfläche Bleiche gab es weitgehend Übereinstimmung mit dem Antrag von CDU/Bündnis-Grünen: So soll die Stadt Seligenstadt dem Land Hessen vorschlagen, Eingriffe in Natur und Landschaft, die durch den dritten Bauabschnitt der Umgehungsstraße notwendig werden, durch eine ökologische Aufwertung der Bleiche auszugleichen. „Vorrangig soll dabei die Freilegung des Stadtmühlbaches mit Begrünungsmaßnahmen zur Ausführung kommen.“ Außerdem sind auf der Bleiche ein Bolzplatz und Spielflächen mit Geräten vorgesehen. CDU und Grüne dagegen wollen die innerstädtischen Ausgleichsflächen auch auf den Jahnsportplatz ausweiten. So werde das Gebiet aufgewertet, erklärte Fraktionschef Joachim Bergmann. Über die Pläne einer Bebauung des Sportplatzes sei man nie glücklich gewesen. Neben Fußgänger- und Radwegen sowie einem Kinderspielplatz sieht auch ihr Antrag Sportanlagen vor.
Badehaus soll saniert und das Vereinsheim erhalten werden
Auf dem ehemaligen Stadtwerkegelände soll das einstige Badehaus saniert und das Vereinsheim erhalten werden. Das Bebauungskonzept der FDP greift der Antrag zwar auf, die CDU hat jedoch Zweifel, dass das Mainufer wie vorgesehen umgebaut werden kann und darf. Dies müsse die Verwaltung gemeinsam mit den verantwortlichen Ämtern prüfen. Bei positivem Bescheid stelle sich die Frage, wie all diese Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren seien. Vorschlag: Ein Teil des ehemaligen Stadtwerkegeländes wird an die HZ-Bau- und Montage GmbH verkauft mit dem Ziel, dieses nach ihrem Konzept zu bebauen. „Der wichtigste Beitrag der Grünen zur Erreichung der Planungsziele ist eine Bürgerbeteiligung in Form einer moderierten Planungswerkstatt“, erläuterte Stadtverordneter Peter Störk. „Dies halten wir für den entscheidenden Aspekt für die öffentliche Akzeptanz eines Projektes dieser Größenordnung für Seligenstadt.“ Die dafür benötigten Mittel in Höhe von rund 30.000 Euro sollen außerplanmäßig im Haushalt 2012 bereit gestellt werden.Die SPD-Fraktion stimmte dem gemeinsamen Antrag von Schwarz-Grün weitgehend zu, unterbreitete aber noch den Ergänzungsantrag, dass für die Flächen der Stadt, des Kreises und der Privateigentümer vom Steinweg bis zum Jahnsportplatz sowie der rückwärtigen Bebauung der Grabenstraße ein Bebauungsplan erstellt werden soll: „Die Einnahmen aus Grundstückserlösen und der Mehrwertumlegung sollen für die Erweiterung der Konrad-Adenauer-Schule zur Ganztagsschule verwendet werden.“ Dafür fand sich eine Mehrheit im Parlament Wir werden diesem Antragskonglomerat nicht zustimmen“, erklärte dagegen Jürgen Kraft, Vorsitzender der Freiene Wähler Seligenstadt (FWS). Die anvisierte Planungswerkstatt lasse Zweifel an einer zügigen Weiterentwicklung des Projektes. „Aber die CDU will sich wohl die Grünen warm halten, da ja die Wahl der Ersten Stadträtin in Kürze ansteht“, meinte er.
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